oder: Neues von Trenchcoat/Scapegoat.
oder: Heilige Orte.
oder: Der Atem Gottes.
»Ich erfuhr’s auf Stufe sieben (Stufe sieben oder acht).
Und glaub mir, ich war fertig, denn ich hab selten so gelacht.
So, das machst Du also heute? Ich weiß, Menschen ändern sich -
und manche vergessen alles, tja, und manche eben nicht.«
(-Rantanplan, “Ich erinner mich an alles”)
Ein kalter Schauer zwischen den Schulterblättern, die Nackenhaare melden sich zur Standing Ovation. Die Haare auf den Armen spreizen sich nahezu mit an Beharrlichkeit grenzender Verzweiflung vom Körper ab, so als wollten sie jeden Bezug zu ebendiesem negieren. Die Nachricht kam vollkommen unerwartet und eigentlich möchte man sich selbst dafür prügeln, dass man es nie erwartet hat (vor allem in Anbetracht der alten Hure “Zeit”; oh ja, diese vermaledeite Hure, der man nachsagt, sie würde alle Wunden heilen – diese Heilung hat sie mir bis heute verweigert). Und irgendwas hinter meiner Stirn spricht: “Es sei ihr gegönnt.” Und ja: Das meine ich ernst. Irgendwie. Wo auch immer Du gerade bist.
Ich kenne eine handvoll schöner Geschichten, die handeln von Dir. Die handeln von glücklichen Enden. Die handeln von Hoffnung und dessen, was daraus geboren wird. Die meisten davon habe ich mir selbst ausgemalt, zusammengebastelt aus Schnipsel schöner Filme und trauriger Songs. Die wenigsten davon sind wahr, doch das hält mich selten davon ab, sie mir im Kopf noch einmal zu erzählen. “Weißt Du noch…?” spricht die innere Stimme, und ja: Ich weiß noch. Wie könnte ich vergessen? Da draußen existieren Orte, die werden für mich immer heilig bleiben, weil sie, wenn man schweigend dasteht, einen Hauch Vergangenheit durch die Straßen, Felder, Herzen wehen lässt; dieser gleicht, bei geschlossenen Augen und näherer Betrachtung wohl dem Atem Gotts (oder dem, was man sich darunter vorstellen mag).
Ich hab mich vom Schreibfluss mitreißen lassen; ähnlich den Gedanken, die mich immer wieder heimsuchen und mitreißen. Was zu sagen bleibt (wo auch immer Du gerade bist): Es sei Dir gegönnt. Alles Gute und viel Kraft, all das, was da noch kommt, durchzustehen. Wenn es jemanden gibt, der das verdient hat, dann mit Sicherheit Du.
Aber eigentlich ist es mir ja vollkommen egal. Warum sollte es mich interessieren? Oh mein Gott, wie scheißegal mir das doch ist. Naja, eigentlich – genauer betrachtet! – eher doch nicht. Aber eigentlich schon. Obwohl…
»…und wie man es auch dreht: Es ist und bleibt unglaublich.
Wenn wir uns treffen: Keine Gefangenen! – denn die machtest Du ja auch nicht.«
(-Rantanplan, “Ich erinner mich an alles”)
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