Die Rückkehr der Hölle.

Ein Klassiker, ein Monument. Der erste Text, mit dem ich damals vollkommen zufrieden war. Irgendwann verschwunden, verschollen, in Archiven und Ordnern. Jahrelang gesucht und vermisst, doch auf Teufel-komm-raus nicht wiedergefunden. Jetzt, nach fast acht Jahren fiel mir der Text zufällig wieder in die Hände und ich muss sagen: Bis auf ein, zwei Zeilen bin ich noch immer damit zufrieden. Ladies & Gentlemen, ich präsentiere: Die Rückkehr der Hölle! [...]

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BILD? Nicht einmal geschenkt.

Die BILD-Zeitung1 wird sechzig Jahre alt. Na dann mal herzlichen Glückwunsch und so. Wird langsam Zeit fürs Altenteil, oder?
Und weil wir Deutschen nun einmal gerne feiern, so feiern wir selbstverständlich auch den runden Geburtstag unserer Lieblings-Volksgazette. Nun ist es aber nicht die Jubilarin, die beschenkt wird2, sondern wir – das geschlossen hinter der BILD stehende Volk – wird von diesem Vorzeigeorgan des investigativen Journalismus beschenkt. Danke schön. [...]

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Euphorie und die ganz große Geste.

Es sind nur Sekunden in all den dreckigen Stunden, ein entzückender Wimpernschlag im hässlichen Antlitz der Zeit, aber dennoch sind sie da: Diese sagenhaften Momente, in denen all die grauen Menschen um einen herum nicht in der Lage sind, einem das Lächeln aus dem Gesicht zu wischen. Aus einem solchen Moment heraus entschied sich dieser Blog – dem Phoenix aus der Asche gleich – aufzuerstehen; zwischen den Datenfragmenten einer toten Bloggerkultur zu lustwandeln, unausrottbar, dem Gesicht zur Sonne gewandt.
Es sind nur Sekunden in all den dreckigen Stunden, ja, und doch ist die Auferstehung im gleißenden Lichte ein Zeugnis der Existenz dieser Momente. Weg mit dem grau, vorbei sind minor chords and cheap red wine. Das hier ist Euphorie und der Hang zur ganz großen Geste. Hängt die, die von weniger reden.

Ich bitte Sie: Genießen Sie.
♥lichst, Ihr Regenhund.

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Darth Vader ist angepissst.

Ein Klassiker, natürlich, aber immer wieder großartig. Darth Vadeer hat die Schnauze voll von den Fehlschlägen seiner Untergebenen…

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Sechs Jahre. /// Die Zeit wegrauchen.

Auf dem Balkon sitzend die Zeit wegrauchen. Der Rotwein schimmert in den letzten Strahlen der untergehenden Abendsonne, im Hintergrund lösen sich all die traurigen Männer mit den traurigen Akkorden auf ihren traurigen Gitarren ab.
Johnny Cash – Hurt. Die Kinder laufen die Straße hinab, als ginge es um die Wurst (oder ums Eis, Schokolade und Erdbeere, in der Waffel, nicht im Becher). Niemand im Leben läuft außer Kinder und die Nase. Erwachsene hasten oder eilen, aber sie laufen nicht. Die Geschäft laufen, das man sie brummen hören kann (bis hier oben auf dem Balkon), aber jene, die ebendiese Geschäfte machen, die laufen nicht. Nein, die hasten oder eilen, vielleicht auch beides.
Doch zurück zu den Kindern: Sie laufen, als könnten sie die Zeit einholen – oder vor ihr weglaufen. Beides unmöglich, der Gedanke an beides wunderschön. Man ist gewillt, aufzustehen, die Zigarette aus dem Mundwinkel zu nehmen und sie anzufeuern, ihnen Glück zu wünschen. Hinterherschauen um zu sehen, ob sie es schaffen. Was auch immer.
Chuck Ragan – God Decicing. Wo sind all die verdammten Jahre geblieben und – vor allem! – was ist von einem selbst geblieben? Es scheint mir noch nicht so lange her zu sein, als die große 2 zum ersten Mal in mein Leben trat und nun, fast zehn Jahre später, stehe ich an der Stelle zur großen 3. Noch immer rastlos auf der Suche nach dem großen Sinn, alternativ würde man sich schon mit einem kleinen begnügen. Mein Blick fällt auf den Kalender, dessen Blätter ich mich seit sechs Jahren vehement weigere abzureißen, als würde das die verdammte Zeit aufhalten können.

Bob Dylan – Lay Lady lay. Hältste im Kopf nicht aus. An den Fingern nachrechnen, immer zum gleichen Ergebnis kommen. Noch ein Schluck Rotwein, noch eine Zigarette, noch ein weiterer Dominantseptakkord im Hintergrund. Ein weiteres Mal an den Fingern nachzählen.
Ein Tag, zwei Tage, drei Tage, vier Tage, fünf Tage, sechs Tage, sieben Tage ergeben eine Woche. Zwei Wochen, drei Wochen, vier Wochen ergeben ungefähr einen Monat. Zwei Monate, drei Monate, vier Monate, fünf Monate, sechs Monate, sieben Monate, acht Monate, neun Monate, zehn Monate, elf Monate, zwölf Monate ergebn ein Jahr. Zwei Jahre, drei Jahre, vier Jahre, fünf Jahre, sechs Jahre.
Hältste im Kopf nicht aus…

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Oh mein Gott, wie scheißegal mir das doch ist…

oder: Neues von Trenchcoat/Scapegoat.
oder: Heilige Orte.
oder: Der Atem Gottes.

»Ich erfuhr’s auf Stufe sieben (Stufe sieben oder acht).
Und glaub mir, ich war fertig, denn ich hab selten so gelacht.
So, das machst Du also heute? Ich weiß, Menschen ändern sich -
und manche vergessen alles, tja, und manche eben nicht.«
(-Rantanplan, “Ich erinner mich an alles”)

Ein kalter Schauer zwischen den Schulterblättern, die Nackenhaare melden sich zur Standing Ovation. Die Haare auf den Armen spreizen sich nahezu mit an Beharrlichkeit grenzender Verzweiflung vom Körper ab, so als wollten sie jeden Bezug zu ebendiesem negieren. Die Nachricht kam vollkommen unerwartet und eigentlich möchte man sich selbst dafür prügeln, dass man es nie erwartet hat (vor allem in Anbetracht der alten Hure “Zeit”; oh ja, diese vermaledeite Hure, der man nachsagt, sie würde alle Wunden heilen – diese Heilung hat sie mir bis heute verweigert). Und irgendwas hinter meiner Stirn spricht: “Es sei ihr gegönnt.” Und ja: Das meine ich ernst. Irgendwie. Wo auch immer Du gerade bist.

Ich kenne eine handvoll schöner Geschichten, die handeln von Dir. Die handeln von glücklichen Enden. Die handeln von Hoffnung und dessen, was daraus geboren wird. Die meisten davon habe ich mir selbst ausgemalt, zusammengebastelt aus Schnipsel schöner Filme und trauriger Songs. Die wenigsten davon sind wahr, doch das hält mich selten davon ab, sie mir im Kopf noch einmal zu erzählen. “Weißt Du noch…?” spricht die innere Stimme, und ja: Ich weiß noch. Wie könnte ich vergessen? Da draußen existieren Orte, die werden für mich immer heilig bleiben, weil sie, wenn man schweigend dasteht, einen Hauch Vergangenheit durch die Straßen, Felder, Herzen wehen lässt; dieser gleicht, bei geschlossenen Augen und näherer Betrachtung wohl dem Atem Gotts (oder dem, was man sich darunter vorstellen mag).

Ich hab mich vom Schreibfluss mitreißen lassen; ähnlich den Gedanken, die mich immer wieder heimsuchen und mitreißen. Was zu sagen bleibt (wo auch immer Du gerade bist): Es sei Dir gegönnt. Alles Gute und viel Kraft, all das, was da noch kommt, durchzustehen. Wenn es jemanden gibt, der das verdient hat, dann mit Sicherheit Du.

Aber eigentlich ist es mir ja vollkommen egal. Warum sollte es mich interessieren? Oh mein Gott, wie scheißegal mir das doch ist. Naja, eigentlich – genauer betrachtet! – eher doch nicht. Aber eigentlich schon. Obwohl…

»…und wie man es auch dreht: Es ist und bleibt unglaublich.
Wenn wir uns treffen: Keine Gefangenen! – denn die machtest Du ja auch nicht.«
(-Rantanplan, “Ich erinner mich an alles”)

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“Wohin die Ohnmacht & die Wut?”

Oh, wie schwer das Atmen manchmal fällt; das Aufstehen und das Wiederauf(er)stehen ist zu beiden Seiten des Weges gesäumt mit Kraft-, Mut- und (zumindest zeitweise) Willenlosigkeit.
Auf dem Sofa liegen in diesem fremden und mittlerweile doch auch so vertrauten Zimmer. Ab und an auf den Balkon gehen und die Zeit wegrauchen, die Menschen beobachten und den Kopf schütteln, bis es verräterisch im Nacken knackt. Oh, läge doch nur eine Gitarre in diesen unsteten Händen; klänge doch nur eines der vielen Lieblingslieder durch diese jedes Herzschlagen wiederhallenden Wände; läge doch nur ein wenig Hoffnung auf dem Boden. Meinetwegen auch zerbrochen, das wäre okay. Ich würde sie flicken, schonen, versuchen zu heilen & irgendwann, wenn es dann soweit wäre, mich mit ihr zudecken…

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You said: Forever.

oder: “Wie ich mich manchmal einfach dafür schäme, so (geworden) zu sein, wie ich bin und von der anscheinenden Unfähigkeit, ebendieses zu ändern.”

»…and still the hardest part for you:
To put your trust in me.
I love you more than I can say,
why won’t you just believe?«
(-The Cure, “Trust”)

Trust von The Cure, einer der Songs, die für immer unter die Haut gehen werden. Ich weiß noch, wie ich ihn das erste Mal hörte, vor einigen Jahren; es war just zu dem Zeitpunkt, an dem ich mich in der Rolle des Erzählers, der um Vertrauen bettelt, wiederfand. Und nun, nach einigen Jahren, bin ich in ähnlicher Position wie damals, nur dass ich mich auf der anderen Seite befinde und um Vertrauen angebettelt werde.

Der Brief in meiner Hand, gefüllt mit all den großen Sätzen, an die man so gerne glauben würde, wenn da nicht etwas wäre, was sich innerlich sträubt, etwas, das brüllt: “Erfahrung! Erinner Dich an Deine Erfahrungen!” Sie steht dort vor mir und sagt: “Für immer!” Ich senke den Blick und entgegne: “Nichts ist für immer…”

“Ich möchte soviel mit Dir machen, ich möchte Dich als Mensch noch besser kennenlernen, ich möchte abends in Deinen Armen einschlafen und morgens in Deinen Armen wieder aufwachen, ich will mit Dir auf meinem Balkon sitzen und die Sterne angucken, ich möchte Deine Musik kennenlernen, ich möchte einfach nur ein Teil von Deinem Leben werden.”

Eben diese Sätze sind es, die meinen Blick senken lassen, damit sie nicht die Tränen in meinen Augen sieht. So große Worte, voller Wärme und im besten Fall voller Wahrheit. Wie gerne würde ich glauben. I want to believe. Doch was ist es, was sich in mir sträubt?

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To watch you sleep.

Das rechte Bein auf dem Schreibtisch, das linke versucht den Halt zum Boden nicht zu verlieren. Das Gewicht auf die linke Körperhälfte verlagert, den Kopf nach rechts gelegt und auf meine Jacke, die zwischen Hals und Schulter klemmt gebettet; so sitzt (besser: liegst) Du auf dem Bürostuhl zu meiner Linken und lässt Dich langsam in Morpheus‘ Arme gleiten.
Du wolltest nicht alleine sein, sagtest Du. Und so kamst Du heimlich durch den Seiteneingang geschlichen, während ich hier auf der Arbeit meiner bezahlten Pflicht nachging. Das Dich der Schlaf irgendwann übermannen würde, daran bestand für mich kein Zweifel, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass Du seit nunmehr fast 21 Stunden wach warst. Ich sitze hier und tu das, wozu ich bestimmt zu sein scheine: Dir beim Schlafen zusehen.

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Hat hier denn tatsächlich schon jeder mit jedem gefickt?

“Ich dachte, wir wollten doch ehrlich sein…”
Man trank und lachte und erzählte einfach von sich selbst; Kleinigkeiten, die für einen selbst wichtig sind wurden aufgezählt. Und wie, als wenn dies ein Film wär, mit einer Beiläufigkeit erwähnt: “Ich habe mal mit O. geschlafen!” – “Echt? Haha, das hätte ich jetzt gar nicht gedacht. Das ist ja lustig!” War es nicht.
Danach rauchen auf dem Balkon, schnell nochmal ‘nen großen Schluck Rotwein hinterherschütten.
“Und? Bist Du geschockt wegen der Sache mit O.?”
- “Hm? Ach, Faxen. Nein, natürlich nicht… [Schweigen]…doch…!”
“Was meinst Du, wie fertig ich danach war, am nächsten Morgen…[glaub ich Dir nicht.]…konnten uns auf der Arbeit nicht in die Augen sehen danach…[hey, cool, das werde ich O. wohl auch nicht mehr können]…und ein paar Tage später hat er mir dann gesagt, dass er in mich verliebt ist…[Yeah! Mehr Infos! Mehr Infos!]…”
- “Puh, das ist aber schon spät. Wir sollten wohl besser mal schlafen gehen…[bevor Du mir noch gleichst erzählst, dass Du auch noch mit K. in der Kiste warst, was mich auch nicht wundern würde...]”

Nein, ich mache ihr keinen Vorwurf daraus, dass sie mit O. gevögelt hat. Warum auch, das ganze ist ja (lt. ihrer Aussage) schon über ein Jahr her. Aber manche Dinge will ich gar nicht wissen. Was ich hingegen gerne wissen würde: Woher diese mir vorher eher unbekannte Eifersucht kommt. Verdammt. Geh kacken, Wahrheit.

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